SMS-Sprüche
Hugo Ball - Noch mischt sich das Gold
Noch mischt sich das Gold
Noch mischt sich das Gold unserer Augen,
Noch fällt ein scheuer Strahl
Auf die lächelnde Madonna
Im blauen Saal.
Noch öffnen sich unsere Arme
Beim Kommen und Gehen weit
Und unsere leuchtenden Herzen
Tragen wir über dem Kleid.
Und alle Liebesglocken
Hängen uns noch im Ohr.
Es fallen und steigen die Locken
Im Engelchor.
Und im tiefgrünen Raume,
Da tanzet unser Kind.
Es wieget sich [...]
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Hugo Ball - Lied für ein Kind
Lied für ein Kind
Laß uns gehen wie der Mond
Durch die große Stube,
Denn in diesem Hause wohnt
Der geblümte Bube.
Blau und weiß und schwarz geblümt
Schaut er durch das Fenster
Mit der langen Bogenhand
Streicht er die Gespenster.
Du bist schön und ich bin klug
Bis zum frühen Morgen
Deine Zähne lächeln lind
In ein Meer von Sorgen.
Auf der Stirne glüht ein Herz
Rosenrot [...]
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Hugo Ball - Kind und Traum
Kind und Traum und früher Garten
Wandeln wir durch lauter Licht.
Reifer Früchte runde Schatten
Malen sich auf dein Gesicht.
Wipfel neigen grün die Zweige
Tief in den erfüllten Grund.
Wanderselig, wundertrunken
Übt ein Vogel seinen Mund.
Sieh, es hat die schöne Sonne
Sich in deinem Haar verfangen,
Deiner Augen blaue Sterne
Sind schon in mein Lied gegangen.
Autor: Hugo Ball
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Hugo Ball - Ein Traum
Ein Traum
Im dunkelblauen Sunde
Landeten wir spät.
Es stand eine rote Wunde,
Der Mond überm Rudergerät.
Wir nahmen ein wenig Zehrung
Aus einem schmalen Boot,
Und stiegen über die Nehrung
Ins Morgenrot.
Durch wehende Oliven
Stiegen wir leicht hinan,
Und sahen ringsum schlafen
Die Länder im Mittagsbann.
Wir saßen an steinernen Tischen
Und tranken uns weidlich satt,
Von Brot und trockenen Fischen
Wurden die Lippen matt.
Um unsere Ohren stäubte
Das Meer, [...]
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Hugo Ball - Entrückt und nah
Entrückt und nah
Entrückt und nah, belebend und doch Schein,
So seh ich, Liebste, dich vor mir errichtet.
Ein Umriß, der vor meinen Blicken flüchtet
Und dem es doch bestimmt ist, Bild zu sein.
Die Hände haben längst darauf verzichtet
Zu fassen nach Gestalt von Fleisch und Bein.
Genug zu wissen, daß du Brot und Wein
Und zartes Feuer bist, das mich belichtet.
Die [...]
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Hugo Ball - Die überwachten Stunden
Die überwachten Stunden
Fallen einander zu.
Und ach, die müden Kinder
Lächeln und gehen zur Ruh.
Und ihre traurigen Stirnen
Leuchten und senken sich tief.
In den verschütteten Nächten
War es, daß ich dich rief.
Fremd erschien mir die Nähe
Töricht Ziel und Sinn
In deine schützenden Hände
Sank ich vergehend hin.
Autor: Hugo Ball
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Ludwig Achim von Arnim - ABREISE DER GELIEBTEN
ABREISE DER GELIEBTEN
Wie lebt der Kranke noch sein Leben
Dem schon der Tod vorherverkündet,
Sie reist von hier, ich bin dem Tod gegeben
Ein Wurm sich so schon vor dem Tritte windet,
So lauft ihr Ameisen eh sich der Feind genahet,
Ihr fürchtet euch eh ihr Verwüstung sahet.
Wie Atmen wird ein süß Gewöhnen
Der Schlaf die bangen Sorgen lähmt,
Wie Sehnsucht weicht [...]
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Ludwig Achim von Arnim - LIEBESLIED
LIEBESLIED
Was jagt mich,
So matt und müde?
Ich such dich
In meinem Liede,
Ich such dich
In meinem Jagen;
Hier muß ich
Die Buchen fragen.
Die Frage
Im Widerhalle
Wird Klage,
Daß Laub schon falle;
Es falle
Weil es ermattet,
Es walle,
Wenn es dir schattet,
Das Windspiel
Mit deinem Bande,
Vergißt Spiel
Und spürt im Sande;
Es legt sich
Mit seinem Munde,
Es hört dich,
Verliert die Kunde.
Es weint dann,
Wie Kinder weinen,
Und gräbt dann
Mit seinen Beinen;
Begräbt sich
Im [...]
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Ludwig Achim von Arnim - AN FRÄULEIN BETTINE BRENTANO
AN FRÄULEIN BETTINE BRENTANO
Wach auf du halbgeschlossne Blüt,
Zeig Dich in vollem Glanze,
Der Schmetterling ist rings bemüht
Und kitzelt Dich im Tanze,
Die Schäflein ziehn zur Weide bald
Einsiedler singen schon im Wald,
Du hältst die Blätter Dir vors Aug,
So schlafe nur, ich schlafe auch!
Ruh still, du rotbestäubte Frucht
Du schwebst und lebst auf Blättern,
Dich sucht das Reh in seiner Flucht,
Eichhörnlein [...]
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Ludwig Achim von Arnim - LIEBESZWEIFEL
LIEBESZWEIFEL
Ob ich liebe, möcht ich wissen!
Ruhest Du in meinen Armen
Sinkt Dein Auge ohn Erbarmen
Nieder auf das selge Kissen.
Wie bei Sonnenfinsternissen
Alle muntern Vögel schlafen
Also fühl ich mich entschlafen
Will Dein Aug mich nicht begrüßen.
Ob ich liebe, möcht ich wissen!
Bin ich ganz mit mir alleine
Nenne ich Dich stets die Meine
Und muß immer Dich vermissen,
Dem magnetschen Schlaf entrissen
Muß [...]
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Ludwig Achim von Arnim - KALTE HÄNDE, WARMES HERZ
KALTE HÄNDE, WARMES HERZ
Kalte Hände, warmes Herz,
Hab ich wohl empfunden,
Nahe Tränen, fernen Schmerz
In den Abschiedstunden;
In der Hände letztem Druck
Froren sie zusammen;
Doch das Herz war heiß genug,
Löste sie in Flammen.
Kalt so fühl ich Deine Hand,
Noch in meiner liegen,
Und des Herzens heißen Brand
An mein Herz sich schmiegen:
Kalte Hände, warmes Herz
Mußt Du mir erhalten,
Keinem drück die Hand zum [...]
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Liebesgedicht Charlotte von Ahlefeld - Beim Abschied
Beim Abschied
Wirst Du in der Ferne mein gedenken,
Wenn die Welt geräuschvoll Dich zerstreut?
Wirst Du oft mir stille Stunden schenken,
Der Erinnrung unsres Glücks geweiht?
Wird kein neues Band mir Dein Vertrauen,
Keines Deine Liebe mir entziehn?
Kann ich ganz auf Deine Treue bauen,
O so nimm mein Herz auf ewig hin!
Immer bleibt es zärtlich Dir ergeben,
Auch wenn nie mein Blick [...]
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Liebesgedicht Charlotte von Ahlefeld - Sehnsucht im Frühling
Sehnsucht im Frühling
Wenn Philomelens bange Liebesklage
Mir neu ertönt im leisen Pappelhain,
Da denk’ ich sehnend der vergangnen Tage,
Und seufze schmerzlich: ach, ich bin allein!
O fühltest Du mit mir das warme Leben,
Das neu erwacht, rings um mich her sich regt,
Das Leben der Natur, die mit dem ew’gen Streben
Im Jugendglanz sich jetzt empor bewegt.
Denn zwiefach schön war mir [...]
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Liebesgedicht Charlotte von Ahlefeld - Der arme Fischer
Der arme Fischer
Wenn des Flusses klare Wellen
Mondbeglänzt vorüberziehn,
Schau ich trübe nach den hellen
Fenstern ihres Schlosses hin.
Und es zittern bange Schauer
Mir durch Mark und durch Gebein,
Denn in hoffnungsloser Trauer
Muß ich mich der Sehnsucht weihn.
Ach ich kann sie nicht erreichen! –
An der Gluth, die mich zerstört,
Wird mein Leben bald verbleichen,
Ungeliebt und ungehört.
Seit mein Auge sie gesehen,
Ist [...]
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Liebesgedicht Charlotte von Ahlefeld - Vergänglichkeit
Vergänglichkeit
Vergänglich ist das festeste im Leben -
Was trauerst Du, daß Liebe auch vergeht?
Laß sie dahin in’s Reich der Zeiten schweben,
Leicht, wie des Lenzes Blüthenhauch verweht.
Doch halte fest ihr Schattenbild im Herzen,
Und segne dennoch freudig Dein Geschick,
Schließt auch sich eine Reihe bittrer Schmerzen
An Deines Glückes kurzen Augenblick.
Du hast gelebt, denn Liebe nur ist Leben!
Sie nur allein [...]
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Liebesgedicht Charlotte von Ahlefeld - Die Geschenke
Die Geschenke
Um in der Ferne meiner zu gedenken,
Bedarfst Du wohl der äußern Zeichen nicht.
In Deiner Brust unsterblich mich zu denken,
Macht mir Dein Schwur zu ewig heil’gen Pflicht,
Und doch darfst Du die Gaben nicht verschmähen,
Womit ich wünsche Dich geschmückt zu sehen.
So nimm den Ring von meinem Haar umgeben
Und laß ihn nie von Deiner theuern Hand;
Er sei [...]
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Liebesgedicht Charlotte von Ahlefeld - Dora’s Abendlied
Dora’s Abendlied
Still tritt der Mond in weiter Himmelsferne
Aus des Gewölkes nächtlich grauem Flor,
In goldner Reinheit schimmernd jetzt hervor,
Umgeben von dem hellen Chor der Sterne;
Ihn, den ich mir zum Freunde auserkohr,
Ihn, dem ich klagte, was ich längst verlohr,
Begrüßt mein Blick in stiller Nacht so gerne.
Er leuchtet freundlich mir statt aller Kerzen,
Strahlt leisen Trost in die beklommne [...]
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Liebesgedicht Charlotte von Ahlefeld - Frühling ohne Wiederkehr
Frühling ohne Wiederkehr
Lieblich ist des Lenzes erstes Lächeln,
Wenn in Blüthenbäumen laue Luft sich wieget,
Und des Baches eisbefreite Welle
Nicht mehr stockend, durch die Fluren rinnt.
Dann ermuntern sich zu neuem Leben
Die verblichnen Wiesen aus dem Winterschlafe,
Und das Gras wacht auf, und decket träumend
Wiederum den Schooß der Mutter Erde.
Und die Blumen öffnen ihre Kelche -
Alle die im späten [...]
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Liebesgedicht Charlotte von Ahlefeld - Der Mond und Er
Der Mond und Er
Lächelndes schönes Gestirn, zu Deiner unendlichen Höhe
Wend’ ich den traurigen Blick, und er erheitert sich oft.
So auch erheb’ ich zu Ihm die schwermuthsvollen Gedanken,
Und dann scheint mir die Welt nicht mehr ein Kerker zu seyn.
Freundlich winkt mir sein Bild, wenn ich Dich einsam betrachte.
Still und schweigend wie Du, wandelt Er ferne von [...]
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Liebesgedicht Charlotte von Ahlefeld - Ahndung
Ahndung
Laue Lüfte säuseln,
Und die Wellen kräuseln
Flüsternd sich im Meer;
Mondenstrahlen beben
Auf der Fluth und schweben
Glänzend hin und her.
Holde Melodieen
Aus der Ferne ziehen
Klingend durch die Nacht;
Und die Espen zittern,
Wie in Ungewittern
Wenn der Sturm erwacht.
Ist es Geisternähe,
Die mit Wohl und Wehe
Schauernd füllt mein Herz?
Steigen Engellieder
Aus den Lüften nieder,
Lindernd meinen Schmerz? -
Süße Fantasieen,
Eilet nicht zu fliehen,
Labt den matten Sinn.
Ach [...]
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